Bad Ems hat rund 9.000 Einwohner und war dennoch zweimal Schauplatz europäischer Weltpolitik. 30 Fakten über den Kurort an der Lahn.
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Bad Ems liegt im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz, an der Lahn, wenige Kilometer vor deren Mündung in den Rhein.
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Die Stadt gehört seit 2021 zum UNESCO-Welterbe, als Teil der transnationalen Stätte „Bedeutende Kurstädte Europas".
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Diese Welterbestätte umfasst elf Städte in sieben Ländern, darunter Baden-Baden, Karlsbad, Bath und Vichy.
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Bad Ems ist damit eine von nur drei deutschen Städten in dieser Gruppe.
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Die Thermalquellen der Stadt liefern Wasser mit Temperaturen von bis zu etwa 57 Grad Celsius.
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Aus diesem Wasser wird das Emser Salz gewonnen, Grundlage der bis heute produzierten Emser Pastillen.
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Die Pastillen werden seit dem 19. Jahrhundert hergestellt und sind eines der ältesten kontinuierlich vermarkteten Arzneimittel Deutschlands.
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Am 13. Juli 1870 traf Kaiser Wilhelm I. im Emser Kurpark den französischen Botschafter Vincent Benedetti.
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Der Bericht über dieses Gespräch ging als Telegramm nach Berlin – die spätere Emser Depesche.
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Otto von Bismarck kürzte den Text so zu, dass er schroffer klang, und gab ihn an die Presse.
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Er selbst verglich die Wirkung mit einem „roten Tuch auf den gallischen Stier".
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Frankreich erklärte fünf Tage später den Krieg. Der Deutsch-Französische Krieg führte 1871 zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs.
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Die Emser Depesche gilt damit als eines der folgenreichsten redigierten Dokumente der Geschichte.
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Sechs Jahre später unterzeichnete Zar Alexander II. in Bad Ems einen weiteren folgenschweren Erlass.
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Der Emser Erlass von 1876 verbot den Druck und die Einfuhr ukrainischsprachiger Schriften im Russischen Reich.
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Er untersagte außerdem Theateraufführungen und Liedtexte auf Ukrainisch und blieb bis 1905 in Kraft.
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In der Ukraine ist Bad Ems deshalb bis heute vor allem als Ort dieses Sprachverbots bekannt.
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Dass beide Dokumente binnen sechs Jahren in einem kleinen Kurort entstanden, liegt an dessen Rolle als Sommerresidenz des europäischen Hochadels.
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Kaiser Wilhelm I. verbrachte über zwanzig Sommer in Bad Ems.
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Zar Alexander II. war ebenfalls wiederholt zu Gast, was den Bau einer russisch-orthodoxen Kirche in der Stadt nach sich zog.
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Fjodor Dostojewski kam in den 1870er Jahren mehrfach zur Behandlung seines Lungenemphysems nach Bad Ems.
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Er arbeitete während dieser Aufenthalte an seinen Romanen und verspielte zugleich Geld im Kursaal – ein Muster, das er in „Der Spieler" literarisch verarbeitet hatte.
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Auch Richard Wagner, Johann Wolfgang von Goethe und Nikolai Gogol zählten zu den Kurgästen.
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Jacques Offenbach leitete in Bad Ems mehrere Sommerspielzeiten und brachte dort eigene Werke zur Uraufführung.
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Das Kurtheater von 1915 gehört zu den wenigen erhaltenen Jugendstiltheatern Deutschlands.
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Die Malbergbahn, 1887 eröffnet, war eine technisch außergewöhnliche Standseilbahn und galt zeitweise als eine der steilsten ihrer Art. Sie wurde 1979 stillgelegt.
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Heute erschließt die Kurwaldbahn den Hausberg der Stadt.
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Unweit von Bad Ems verläuft der Obergermanisch-Raetische Limes, der seinerseits UNESCO-Welterbe ist.
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Die Stadt besitzt damit gleich zwei Welterbe-Bezüge: den Limes und die europäischen Kurstädte.
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Der Name der Stadt geht auf den Fluss Emsbach zurück; das Prädikat „Bad" führt sie seit 1913.
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